Vortrag: Immer App-to-date?! – Fluch und Segen für die ‚Generation Handy’! 26.11.2018

"Immer App-to-date?! – Fluch und Segen für die ‚Generation Handy’!" zu diesem Thema hielt Peter Köster am vergangenen Montag einen Vortrag an unserer Schule. Da wir im Bildungsgang Wirtschaftsgymnasium ab kommenden Schuljahr iPad-Klassen einführen werden, hat das Thema mobile Geräte, das Internet und deren Einfluss auf die Entwicklung von Jugendlichen für uns eine besondere Aktualität.

Handy und mobiles Internet gewinnen für immer jüngere Kinder und Jugendliche an Bedeutung. Die tägliche Nutzungszeit ist von 100 auf 200 Minuten in den letzten Jahren gewachsen. Eltern und Pädagogen betrachten die ausschweifende Handynutzung von Kindern und Jugendlichen mit zunehmender Sorge und Ängsten. Jeder Jugendliche hat inzwischen ein Smartphone und schafft sich damit seine virtuelle Parallelwelt. Genau aus diesem Grund referierte Peter Köster, Lehrbeauftragter der Bezirksregierung Köln, über die Entwicklung und Gefahren der Mobilfunknutzung in der Aula des Berufskollegs Herzogenrath.

„Bis zum vierzehnten Lebensjahr der Jugendlichen, muss die Erziehung wichtigen Einfluss auf eine vernünftige Handynutzung nehmen. Danach ist die Macht der Freunde der entscheidende Faktor,“ bilanzierte Köster. Ein ganz wichtiger Faktor bei der exzessiven Nutzung ist die Persönlichkeit des Smartphonebesitzers. „Wenn das Selbstwertgefühl gering ist, hat man besonders große Angst Dinge zu verpassen und muss jeden Chatverlauf beobachten und unmittelbar beantworten,“ betonte Studiendirektor Köster und nennt in diesem Zusammenhang das Phänomen „Fear of missing out“. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit führt zu erhöhtem persönlichen Stress. Durch zusätzlichen Gruppendruck befinden sich viele Jugendliche praktisch im „Always on“ Modus. „Vielzocker“ haben beispielsweise nur noch die halbe Konzentrationsfähigkeit und können sich nicht lange auf Dinge fokussieren. Insbesondere der Schlaf leidet unter exzessivem Smartphonegebrauch. Die blaue Strahlung des Handys verhindert, dass unser Schlafhormon Melatonin weiterhin ausgeschüttet wird. Komplette Übermüdung der Schülerschaft am nächsten Morgen ist häufig die Folge. Deswegen sollten alle Eltern darauf achten, dass das Handy im Schlafraum nichts verloren hat.

Hilfereiche Tipps und gute Aufklärungsarbeit liefert die Broschüre „Smart Mobil?!“. Zudem haben sich große Medienunternehmen auf der Seite klicksafe.de zusammengetan, um über eine angemessene Handynutzung zu unterrichten.

Und auf einen wesentlichen Zusammenhang haben alle Eltern unmittelbaren Einfluss. Es ist nämlich erwiesen, dass Jugendliche, die sich zu Hause sicher und geborgen fühlen, ein niedrigeres Bedürfnis der Handynutzung haben. Sie benötigen das Smartphone weniger, um Status und Anerkennung zu erlangen, sondern beschäftigen sich auch intensiver mit der durchaus sinnvollen Funktion der Informationsbeschaffung durch das Handy.