Mein Ansprechpartner: Frank Kraehmer

 

Es gibt nur wenige Berufe, die so vielseitig, lebendig und kommunikativ sind. Der Umgang mit Kunden, die  wechselnden Verbraucherwünsche, die Pflege des Warensortiments und die technisch-organisatorische Abwicklung der unterschiedlichsten Einzelhandelsfunktionen, machen den Beruf so interessant und abwechslungsreich.

So vielfältig wie die Waren sind auch die unterschiedlichsten Betriebsformen. Den Beschäftigten bieten sich sowohl im beratungsintensiven Fachhandel als auch im großen Verbrauchermarkt interessante Tätigkeitsbereiche.  Wer mit Einsatzfreude und Verantwortungsbewusstsein  arbeiten möchte, hat die Möglichkeit, seine Persönlichkeit weiter zu entwickeln und den Erfolg seiner Arbeit unmittelbar zu erleben.

Engagierten Mitarbeitern bieten sich gute Karrierechancen in ganz unterschiedlichen Arbeitsbereichen. Neben der vielseitigen Tätigkeit als Kundenberater, gibt es auch vielfältige Führungsaufgaben als Abteilungs- oder Filialleiter. Zudem setzen große Handelsunternehmen ihre Mitarbeiter auch für verantwortungsvolle Verwaltungsaufgaben  (z.B. Einkauf, Logistik) ein. Gerade im Einzelhandel besteht außerdem die Möglichkeit, selbstständig ein Unternehmen zu gründen und zu führen.

Ziele der Berufsgruppe am Berufskolleg Herzogenrath

  • Die Auszubildenden sollen die im Einzelhandel notwendigen Qualifikationen  erwerben, die es ermöglichen, den Beruf bei sich verändernden Verbraucherwünschen, wechselnden Warensortimenten  und der technisch-organisatorischen Abwicklung der Einzelhandelsfunktionen auszuüben.
  • Weiterhin sollen die Auszubildendendie Fähigkeit erwerben,Theorie und Praxis So zu verbinden,  dass sie mit Waren sachgerecht umzugehen und auf Kunden angemessen einzugehen vermögen.
  • Darüber hinaus sollen sie die gesamtwirtschaftliche Aufgabe des Einzelhandels erkennen und verstehen, wie ein Einzelhandelsbetrieb in konkreten Situationen seine Mittlerfunktion zwischen Betrieben der Warenproduktion und einzelnen Haushalten wahrnimmt.
  • Mit dem Konzept des Förderns und Forderns wollen wir die Auszubildenden auf die guten Perspektiven im Einzelhandel vorbereiten.

Aufnahmevoraussetzung und Anforderungen

Ein Ausbildungsvertrag als Verkäuferin/Verkäufer bzw. als Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel

Die Ausbildungsdauer zur Verkäuferin/zum Verkäufer  dauert zwei Jahre, zur Kauffrau / zum Kaufmann im Einzelhandel dauert drei Jahre. In den ersten beiden Ausbildungsjahren sind die Ausbildungsinhalte der beiden Ausbildungsberufe identisch. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Verkäufer/-in besteht die Möglichkeit, den Ausbildungsvertrag Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel neu abzuschließen und nach einem Jahr die Abschlussprüfung abzulegen.

Eine Verkürzung der Ausbildungsdauer ist unter bestimmten Voraussetzungen in Abstimmung mit den Ausbildungsbetrieben und der IHK möglich.

Fächer, Unterricht und Unterrichtsinhalte

Der Rahmenlehrplan (2004) sieht die folgenden Lernfelder für die Ausbildung im Einzelhandel vor:

  • LF 1: Das Einzelhandelsunternehmen präsentieren
  • LF 2: Verkaufsgespräche kundenorientiert führen
  • LF 3: Kunden im Servicebereich Kasse betreuen
  • LF 4: Waren präsentieren
  • LF 5: Werben und den Verkauf fördern
  • LF 6: Waren beschaffen
  • LF 7: Waren annehmen, lagern und pflegen
  • LF 8: Geschäftsprozesse erfassen und kontrollieren
  • LF 9: Preispolitische Maßnahmen vorbereiten und durchführen
  • LF 10: Besondere Verkaufssituationen bewältigen
  • LF 11: Geschäftsprozesse erfolgsorientiert steuern
  • LF 12: Mit Marketingkonzepten Kunden gewinnen und binden
  • LF 13: Personaleinsatz planen und Mitarbeiter führen
  • LF 14: Ein Einzelhandelsunternehmen leiten und entwickeln

Abschlüsse und Prüfungen

Abschlussprüfung vor der IHK für den Beruf des Verkäufers/der Verkäuferin:

Die schriftliche Abschlussprüfung setzt sich aus dem Bereich Verkauf und Marketing (90 Minuten), Warenwirtschaft und Rechungswesen (60 Minuten) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten) zusammen. Die mündliche Prüfung (fallbezogenes Fachgespräch) dauert 20 Minuten und umfasst einen Aufgabenbereich aus einer im Ausbildungsvertrag festgeschriebenen Wahlqualifikationseinheit. Diese Wahlqualifikationseinheit wird zwischen den Auszubildenden und  dem Ausbilder vereinbart und kann aus den Bereichen Warenannahme und Warenlagerung, Beratung und Verkauf, Kasse oder Marketingmaßnahmen ausgewählt werden.

Abschlussprüfung vor der IHK für den Beruf der Kauffrau/des Kaufmannes im Einzelhandel:

Mit dem Ausbildungsbeginn Sommer 2009 wird für die Kaufleute im Einzelhandel eine gestreckte Abschlussprüfung durchgeführt.

Hierbei entfällt die Zwischenprüfung, dafür findet am Ende des 2. Ausbildungsjahres der erste Teil der Abschlussprüfung statt. Die geprüften Fächer sind dann:

  • Verkauf und Marketing (120 min. / 15 %)
  • Warenwirtschaft und Rechnungswesen (90 min. / 10 %)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (60 min. / 10 %)

Der zweite Teil der Abschlussprüfung findet dann am Ende des 3. Ausbildungsjahres statt. Geprüft werden:

  • Geschäftsprozesse im Einzelhandel (105 min. / 25 %)
  • Fallbezogenes Fachgespräch (15 + 20 min. / 40 %)

Für den Ausbildungsberuf zur Verkäuferin/ zum Verkäufer bleibt der Prüfungsmodus bestehen. Die Zwischenprüfung findet zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt und die Abschlussprüfung am Ende des zweiten Ausbildungsjahres. Der schriftliche Teil der Abschlussprüfung ist identisch mit dem ersten Teil der Abschlussprüfung zur Kauffrau/ zum Kaufmann im Einzelhandel. Beim Abschluss eines anschließenden Ausbildungsvertrages zur Kauffrau/ zum Kaufmann im Einzelhandel kann der schriftliche Teil der Verkäuferprüfung direkt als erster Teil der Abschlussprüfung zum Kauffrau/ zum Kaufmann im Einzelhandel angerechnet werden. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der folgenden Internetseite:

http://www.prueferportal.org/html/431.php#uebersicht

Schulische Abschlüsse:

Der Sekundarabschluss I ? Hauptschulabschluss nach Klasse 10 - wird von allen Schülerinnen und Schülern erworben, die diesen Bildungsabschluss noch nicht erreicht und die Berufsschule erfolgreich abgeschlossen haben.

Den Sekundarabschluss I ? Fachoberschulreife - erwerben die Schülerinnen und Schüler mit dem Berufsschulabschluss, wenn sie eine Berufsschulabschlussnote von mindestens 3,0 erreichen, die Berufsabschlussprüfung bestanden haben und die für die Fachoberschulreife notwendigen Englischkenntnisse nachweisen.

Die notwendigen Englischkenntnisse sind nachgewiesen

  • durch eine mindestens ausreichende Note im Fach Englisch auf dem Jahreszeugnis der Sekundarstufe I nach Klasse 10 B der Hauptschule oder der Klasse 10 anderer Schulformen oder
  • durch die erfolgreiche Teilnahme am Englischunterricht der Berufsschule auf der Niveaustufe B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens im Umfang von mindestens 80 Stunden
  • Alternativ auch durch das KMK Zertifikat Fremdsprachen auf der Niveaustufe B1.

Die obere Schulaufsichtsbehörde kann zulassen, dass an die Stelle von Englisch eine andere Fremdsprache tritt.

Um eine Überprüfung zu ermöglichen und die Fachoberschulreife zu gewähren ist die Abgabe einer Zeugniskopie der zehnten Klasse bis zum 01. Dezember des ersten Ausbildungsjahres bzw. vier Woche nach Ausbildungsbeginn notwendig.

Die Fachhochschulreife kann derzeit  nicht erlangt werden, da die hierfür erforderlichen Unterrichtsveranstaltungen nicht angeboten werden können.

Fördern und Fordern

Ergänzungsangebote, Zusatzqualifikationen und Zertifizierungen

  • Differenzierungsangebot Kaufmännisches Rechnen
    Aufgrund unserer Erfahrungen bestehen bei vielen Auszubildenden Defizite im kaufmännischen Rechnen. Da im Rahmen der Lehrplanvorgaben die mathematischen Kenntnisse vorausgesetzt werden, bieten wir zur Unterstützung im ersten Ausbildungsjahr das Fach Kaufmännisches Rechnen als eigenständiges Fach im Differenzierungsbereich an.
  • Differenzierungsangebot Warenwirtschaft
    Der Einsatz eines Warenwirtschaftssystems sollte laut Lehrplan integrativ in den einzelnen Lernfeldern erfolgen. Da nicht zu jeder Zeit ein Computerraum zur Verfügung steht, wird im dritten Ausbildungsjahr das Fach Warenwirtschaft im Differenzierungsbereich angeboten. Anhand des Warenwirtschaftsprogramms INTWASYS werden die Anwendungsmöglichkeiten eines Warenwirtschaftssystems vermittelt. Hierfür wird auf die Inhalte der Lernfelder 1-10 zurückgegriffen. Eine schwerpunktmäßige Wiederholung des Lehrstoffes aus den ersten zwei Ausbildungsjahren wird somit ermöglicht.
  • Prüfungsvorbereitung Wahlqualifikationseinheit (WQE)
    Die Note des fallbezogene Fachgesprächs (mündliche Prüfung) geht zu 40% in die IHK Abschlussnote ein. Entsprechend dieser Bedeutung bieten wir im dritten Ausbildungsjahr im Differenzierungsbereich das Fach Wahlqualifikationseinheit zur Prüfungsvorbereitung an. Simulation von Prüfungssituationen und die inhaltliche Erarbeitung der von den Auszubildenden gewählten Wahlqualifikationseinheiten stehen im Mittelpunkt des Unterrichts. Zur Unterstützung dienen die computergestützten Lernarrangements im Einzelhandel. Diese Lernarrangements sind vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Zentralstelle für Berufsbildung im Einzelhandel (zbb) entwickelt worden und beinhalten die acht von den Auszubildenden zu wählenden Wahlqualifikationseinheiten.
  • Vorgezogener Unterricht zur Prüfungsvorbereitung
    Standardisiert ist mittlerweile der vorgezogene Unterricht zur Prüfungsvorbereitung. Der Berufsschulunterricht endet am Berufskolleg Herzogenrath für die Ausbildenden im Einzelhandel ca. zwei Wochen nach der schriftlichen Abschlussprüfung mit der Ausgabe des Abschlusszeugnisses. Der dadurch ausgefallene Berufsschulunterricht wird auf die Zeit vor der schriftlichen Abschlussprüfung vorverlegt. An einem dritten Berufsschultag (5-6 Termine) wird gezielt die schriftliche Prüfung vorbereitet.

Weitere Zusatzqualifikationen