Seit 1997 wird an unserer Schule im Rahmen der Zusatzqualifikation Export I bilingualer Unterricht erteilt. Ein Kollege von unserer Partnerschule, dem Arcus College in Heerlen, erteilt im Bildungsgang „Kaufleute im Groß- und Außenhandel" 4 Wochenstunde NiederländischUnterricht.
Der Unterricht findet auf der Grundlage des CEF auf dem Niveau A2-B1 statt. In den Teilbereichen Leseverständnis, Hörverständnis und Sprechen erreichen die Teilnehmer das Niveau B1, im Schreiben A2.
Der vierstündige Unterricht teilt sich in 2 Stunden „Interkulturelle Kompetenz" und 2 Stunden HBL in Niederländisch als Vorbereitung auf die Zertifikatsprüfung zu Exportdokumenten.
Im Bereich „interkulturelle Kompetenz" werden z. B. Themen wie Umgangsformen, Feste und Bräuche, Ausgehen, Einkaufen in den Niederlanden etc. behandelt. Ebenso werden berufsrelevante mündliche und schriftliche Kommunikationstechniken wie Telefongespräche, E-Mails, Angebote, Anfragen und Auftragsbestätigungen erlernt. Vor dem Hintergrund der eigenen Lebensweise und der Erfahrungen, die die Teilnehmer selbst in den Niederlanden (Ferienaufenthalte oder Besuche) gemacht haben, ergeben sich interessante Diskussionen, die zum Verständnis der Nachbarn beitragen und gleichzeitig die erforderlichen informellen Sprachsituationen einüben, die im Umgang mit niederländischen Kunden von Bedeutung sind. Das verwendete Material rekrutiert sich aus aktuellen Zeitungsartikeln, Broschüren etc. Die Teilnehmer werden auch zur eigenen Internetrecherche zu verschiedenen Themen aufgefordert. Die Schüler erhalten vor allem Arbeitsaufträge, die zur Präsentation und mündlichen Kommunikation anregen. Hier ist natürliche der „Nativespeaker" als Lehrperson von unschätzbarem Wert.
Im bilingualen HBL-Unterricht sind die Themen durch den Stoffverteilungsplan vorgegeben. In der Beilage finden sich einige Beispiele aus dem Unterricht. So wird beispielsweise der eigene Betrieb vorgestellt, es werden Telefongespräche und Auftragsabwicklung vorbereitet, Marktforschung betrieben und die entsprechenden Dokumente bearbeitet. Fachtermini werden in Deutsch, Niederländisch und Englisch gelernt, um die Teilnehmer für die praktische Arbeit in ihren Betrieben vorzubereiten.
Der auf diese Weise seit 1997 konzipierte bilinguale Unterricht im Rahmen der Zusatzqualifikation „Export I" entspricht dem Modell der Verzahnung von Sprachunterricht und Fachunterricht, dem sogenannten CLIL-Konzept, und bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, die fremdsprachlichen Aufgaben in der niederländischen Sprache in ihrem Arbeitsfeld zu bewältigen. Und dies obwohl sie die Sprache erst im Rahmen ihrer Berufsausbildung erlernt haben.
Nach dem gleichen Konzept wird bei den Kaufleuten im Groß- und Außenhandel auch der bilinguale Unterricht in Englisch durchgeführt. Auch hier werden die Themen durch den Stoffverteilungsplan festgelegt und es findet die im CLIL-Konzept beschriebene Verzahnung von Sprachunterricht und Fachunterricht statt.