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03.05.2017

Marktplatz der Parteien [updated]

Demokratie erleben – Meinungsbildung fördern


Alle Parteien, die auch im Städteregionstag vertreten sind, nahmen die Einladung des Berufskollegs Herzogenrath gerne an und schickten ihre Kandidaten für die kommende Landtagswahl in die Bildungsstätte. Aus Sicht des Schulleiters Thomas Stephan eine Pflichtveranstaltung in Sachen Meinungsbildung. „Wir müssen unsere Schüler für unser demokratisches System sensibilisieren. Wir wollen der Politikverdrossenheit entgegen wirken und frühzeitig Vertrauen in die Politik aufbauen. Die Schüler sollen animiert werden zur Wahl zu gehen,“ so die deutliche Vorgabe des Schulleiters. Immerhin ist diese Informationsveranstaltung vor der Wahl seit 2001 ein bewährtes Format und die Landtagskandidaten betreiben an diesem Vormittag einen sichtlich motivierten Wahlkampf. Die Schüler des Berufskollegs wurden im Politikunterricht in den letzten beiden Wochen entsprechend vorbereitet und hatten nun die Aufgabe mit gezielten Fragen ihren „Spitzen-Kandidaten“ rauszusuchen.

 

„Also ich bin äußerst positiv von den Piraten überrascht. Die wollen wirklich für uns junge Leute etwas bewegen und nehmen sich wirklich unseren Interessen an,“ berichtet Justin Fiegen aus der Höheren Handelsschule, und musste sein vorheriges Bild von der Partei zum positiven revidieren. Großes Thema war natürlich die Flüchtlingsproblematik im Land und dementsprechend mussten die Parteien Lösungen und Aussichten zum zukünftigen Umgang damit präsentieren. „Alle Parteien wollen die Integration der Flüchtlinge künftig besser gestalten. Vor allem die Linke hat aus meiner Sicht da sehr gute Ansätze geboten,“ resümierte Mike Faruhn.

 

Und so konnte man eine wirklich interessierte Schülerschaft beobachten, die in erster Linie darauf aus war die politischen Motive der Parteien zu verstehen und für sich eine politische Richtung zu finden. CDU und SPD konnten vor allem in Sachen Bildungspolitik punkten und wollen dies im Haushaltsplan der kommenden Legislaturperiode klar verankern. Die FDP möchte sich noch stärker für die Rechte der jungen Wähler einsetzen und das Wahlrecht mit 16 Jahren festschreiben. Für die Grünen muss das belgische Atomkraftwerk Tihange lieber heute als morgen gestoppt werden.

 

Letztendlich haben sich alle Kandidaten seriös und vor allem kompetent verkauft und was noch wichtiger ist, klar Stellung bezogen, was die Wahlentscheidung für viele Schülerinnen und Schüler nicht unbedingt einfacher macht. Eins dürfte jedoch deutlich rüber gekommen sein, die Politiker und das Kollegium der Schule haben sich der Verantwortung einer klaren Meinungsbildung für mehrere Hundert Schüler eindrucksvoll gestellt.

 

Markus Schneiderwind